Neue Hybridbusse der RSAG jetzt auf Rostocks Straßen unterwegs
Sparsamer, leiser, umweltfreundlicher: Nach dem Ausbau des Schienennetzes für die Straßenbahn setzt die Rostocker Straßenbahn AG mit ihren ersten fünf Hybrid-Gelenkbussen als erstes Verkehrsunternehmen in MV auch auf der Straße auf eine neue, zukunftsweisende Technologie. Bis zu 30 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen die Mercedes-Benz-Busse vom Typ „Citaro G BlueTec Hybrid“. Wie das funktioniert? „Diese Busse können Strecken im Bereich bis etwa 30 km/h ausschließlich mit gespeicherter elektrischer Energie - ganz ohne Einsatz des Dieselmotors - zurücklegen. Der Antrieb erfolgt über elektrische Radnabenmotoren“, umreißt Wilfried Eisenberg, Technischer Vorstand der RSAG, das technologisch anspruchsvolle dieselelektrische Hybrid-Konzept. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Busse im Liniennetz der Hansestadt liegt übrigens bei 26 km/h – viel Potenzial zum elektrischen, emissionsfreien Betrieb der Busse also. Wer die Busse auf der Straße fahren sieht, stellt äußerlich auf den ersten Blick kaum einen Unterschied fest. Nur das Dach ist etwas höher. Denn anders, als in den herkömmlichen Bussen, beherbergt dieser Bereich jede Menge Technik. Hier befindet sich neben verschiedenen Aggregaten unter anderem die riesige, etwa 350 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Batterie mit einer Leistung von maximal 240 kW, die beim Bremsen Strom speichert oder über den vergleichsweise kleinen 4,7-Liter-Dieselmotor über einen Generator aufgeladen wird. „Durch die Kombination mit dem Dieselmotor benötigen wir - anders, als reine Elektrofahrzeuge – keine ‚Elektrotankstellen‘. Allerdings gibt es bereits Überlegungen, ob und wie wir die gemeinsamen Streckenabschnitte von Straßenbahn und Bus zukünftig nutzen könnten. Schließlich fahren unsere Busse auf ihren Linien zum Teil direkt auf den Schienen unter den Stromleitungen entlang, beispielsweise in der Parkstraße“, so Wilfried Eisenberg weiter. Wer an der Haltestelle auf den Bus wartet, hört die neuen Hybridfahrzeuge kaum kommen. Und auch beim Anfahren bleibt das bisher gewohnte Motorengeräusch aus. Nicht nur für Kinder spannend dürften die in zweien der neuen Fahrzeuge eingebauten Monitore sein, auf denen sich die Energieflüsse in Echtzeit verfolgen lassen. Dass zur Ausstattung aller neuen Busse auch Fahrscheinautomaten, Rollstuhlfahrerplätze und Videoanlagen gehören, versteht sich von selbst.Eine Umstellung brachte die Einführung der neuen Fahrzeuge für die Mitarbeiter des Unternehmens: Für Busfahrer und Instandhaltungspersonal erfordert die Hybridtechnik neue Kenntnisse. In der Werkstatt auf dem Busbetriebshof in Schmarl entstand für Wartung und Instandsetzung ein spezieller Dacharbeitsstand, für den alle Mitarbeiter im Umgang mit Hochvoltanlagen geschult und einige zusätzlich zu individuellen Fachkräften ausgebildet wurden. Die Fahrer erhielten spezielle Unterweisungen, da sich die Hybridbusse im Fahrverhalten von der übrigen Flotte unterscheiden. Die Kosten von Bussen und Werkstattausbau förderten Bund und Land mit rund 2,3 Millionen Euro zu rund 75 Prozent.